Donnerstag, 6. Februar 2014

Interview mit [ BUSCHWERK ]


Hi ;)
  © [ BUSCHWERK ] 

Meine erste Frage, wie kam es du zu deinem Künstlernamen ‚Buschwerk‘?

Mannheim hat einen Stadtteil namens Jungbusch. Er war und ist - neben meiner Muse -meine größte Inspirationsquelle. Von ihm ging der starke Impuls aus, mich an der Kunst zu versuchen.. Buschwerk ist ein Wortkonstrukt das kurz vor meiner ersten Ausstellung aus ‚Jungbusch‘ und ‚Kunstwerk‘ entstanden ist. Inzwischen habe ich dort habe ich auch mein Atelier und muss seither nicht mehr in meiner Küche arbeiten. Uff!
Am liebsten ist es mir übrigens, wenn man [ BUSCHWERK ] schreibt. Hat was mit Corporate Design zu tun und ist ein Überbleibsel aus meiner Zeit in der freien Wirtschaft…



Welches Adjektiv passt am besten zu dir/ deiner Kunst? Oder wie würdest du deine Kunst beschreiben?

Mit einem einzelnen Adjektiv sind weder meine Kunst noch ich richtig beschrieben. Dafür haben wir beide zu viele markante Merkmale. Für meine Kunst fallen mir als erstes solche Adjektive wie bunt, ironisch, plakativ und urban ein. Oftmals trifft auch ‚kitschig‘ zu.

Für mich selbst würde ich spontan zu den Adjektiven intellektuell, humorvoll und gelegenheitscharismatisch greifen.

‚Polarisierend‘ passt sowohl zu mir als auch zu meiner Kunst. Entweder man mag uns oder man mag uns nicht. Neutral lassen wir kaum jemanden zurück.

  © [ BUSCHWERK ] 


Wie lange bist du schon künstlerisch aktiv?

Ernsthaft angefangen habe ich vor ungefähr zwei Jahren und da es sehr schnell ging mit der ersten Ausstellung, habe ich bis heute weiter gemacht. Ich liebe Sachen, bei denen ich schnell Erfolgserlebnisse erziele.

Was hat dich inspiriert? Gab es einen speziellen Auslöser?

Der Jungbusch war Inspirationsquelle und Auslöser zugleich. Aber es gab noch einen zweiten Auslöser: Zuvor war ich fünfzehn Jahre in der freien Wirtschaft als HR-Experte tätig gewesen und auf Dauer passte das Menschenbild des homo oeconomicus nicht zu meiner humanistischen Grundhaltung. Ich musste da raus und Abstand gewinnen. Und dann ist da natürlich noch meine Muse…

Gibt es Leute die negativ auf deine Kunst reagiert haben?

Klar! Wäre auch seltsam, wenn es nicht so wäre, und ich habe da auch kein Problem mit. Ich selbst reagiere auch nicht immer nur positiv auf die Kunst von anderen.
Kunst ist wie Wein, nämlich ganz unabhängig von Preis und Qualität vor allem eins: Geschmackssache!
Farben, Themen, Formate, der Künstler selbst… Es gibt unzählige Gründe Kunstwerke zu mögen oder auch nicht.

 © [ BUSCHWERK ] 


Warum ist eigentlich Street Art verboten?

… weil Häuserwände, Straßen etc. immer irgendjemandem gehören und da ganz schnell der Straftatbestand der Sachbeschädigung erfüllt ist. 
Aber mittlerweile ist Street Art ja soweit etabliert, dass es in Mannheim und anderen Städten legale Plätze zum Sprühen gibt. 
Schade nur, dass zur echten Street Art auch die freie Platzauswahl des Künstlers gehört. 

Die Wahl des Platzes ist fast immer Teil des Konzepts und der persönlichen Handschrift des Künstlers. Aber egal… 
Verbote haben auch ihr Gutes! Ich glaube, dass der Reiz des Verbotenen für viele Street Art Künstler eine wichtige Rolle spielt oder die Sache überhaupt erst ins rollen gebracht hat.

Braucht die Kunst mehr Platz?

Nicht unbedingt mehr Platz, aber auf alle Fälle mehr Plätze. Kunst muss im öffentlichen Raum wieder viel präsenter und alltäglicher werden. 
Es gab Zeiten, da haben Menschen viel mehr in Kunst im öffentlichen Raum investiert, und dass, obwohl die Beschaffung von Nahrung damals deutlich schwieriger war als jetzt.

Heutzutage gibt es Kunst nur noch an festgelegten Orten für festgelegte Zielgruppen. Das ist nicht nur Quatsch, sondern auch noch undemokratisch.
Vielleicht liegt hierin das große Verdienst der Street Art: Sie hat einen Teil der Kunst frei zugänglich gemacht und damit demokratisiert.

Deine Ausstellung "Mannheimat" -  magst du uns kurz darüber erzählen?

Gerne doch! Die Idee kam durch eine Gruppenausstellung im November letzten Jahres.
Die Ausstellung zeigte Werke von toten und lebenden Mannheimer Künstlern und trug den Titel „Mannheimer Originale - original Mannheim“. 
Ich war zum Glück einer von den lebenden Künstlern und spürte plötzlich, dass Mannheim schon immer meine Arbeiten geprägt hatte. Was aber bis dahin gefehlt hatte war, diese Stadt selbst zum Thema zu machen. Und so kam es schließlich zu der Idee, eine Ausstellung mit dem Titel „Mannheimat“ zu machen.
Es geht dabei sowohl um die Stadt als auch um den Heimatbegriff.  Mit dem können wir in Deutschland schon lange nicht mehr unbefangen umgehen. Aber auch andernorts kommt der Heimatbegriff in Bedrängnis, z.B. durch die Globalisierung und das Internet, die überall und nirgends sind.

© [ BUSCHWERK ] 


Wenn ich deine Stadt besuchen würde was - außer deiner Ausstellung - müsste ich unbedingt sehen?

Es gibt nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Nicht einmal meine Ausstellung muss man gesehen haben. Das gehört mit zu den Sachen, die ich hier mag. Man muss in Mannheim nichts gesehen haben. 
Man kann Mannheim ganz nach seinen eigenen Vorlieben erkunden und kennenlernen. 
Als Touristenführer würde ich dir vermutlich den Wasserturm zeigen, aber eher weil er das Wahrzeichen der Stadt ist und weniger, weil die Architektur besonders beeindruckend wäre.

 Als Buschwerk würde ich dich Samstag Abend mit auf Tour in den Jungbusch und im Sommer unbedingt mit zum Grillen am Verbindungskanal nehmen.



Fühlst du dich gut in deiner Stadt?

Ich habe es geschafft viele Jahre in Mannheim zu studieren, ohne da zu wohnen oder mehr kennenzulernen als das Universitätsgebäude und die nächstgelegene Buchhandlung.
 Erst vor fünfzehn Jahren bin ich hierher gezogen und ich habe lange gebraucht, um mich in diese Stadt zu verlieben. Inzwischen fühle ich mich sehr wohl hier! 
Ich glaube, wenn ich eine Stadt wäre, dann wäre ich Mannheim.

© [ BUSCHWERK ] 


Gibt es Sachen, die dich stören?

Mich stört, dass manche Leute hier einen auf Berlin machen. Die treffen sich dann in veganen Bistrots und spielen „Berlin“ - so wie Kinder „Vater, Mutter, Kind“ spielen.
 Ich finde das albern. Wir sind hier nicht in Berlin und das ist auch o.k. so.
 Hier gibt es eine eigene Identität und eigene Potentiale. Da muss man nicht kopieren oder nachspielen.
Ansonsten stört mich, dass Mannheim (sogar international!) zwar als eine der Städte mit dem größten kreativen Potential wahrgenommen wird, man hier aber lieber namhafte Künstler von außen „einkauft“, statt Mannheimer Künstler aufzubauen und sie nach außen zu „verkaufen“. Man scheint die lokale Kunstszene als Wirtschaftsfaktor und Exportschlager massiv zu unterschätzen.

Hast du schon in Luxembourg ausgestellt?

Leider nein. Ich würde das aber sofort tun, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Ich bin ein großer Luxemburgfan und mag dieses Land sehr! Meine bisherigen Bemühungen waren leider erfolglos, aber sobald ich die Möglichkeit bekomme, bei euch auszustellen, schnappe ich sofort zu!

Gibt es eine Homepage von dir? Oder wo kann man deine Bilder noch sehen?

Homepage habe ich (noch) keine. Ich mache lieber Kunst als eine Homepage zu betreuen. Aber auf Facebook findet man Bilder von mir.

Was würde dich reizen? Was würdest du gerne mal tun? ( künstlerisch oder im Alltag)

Eine regelmäßige Casting-Show für Künstler auf arte fände ich cool! Sowohl als Teilnehmer als auch in der Jury. 
Ich würde auch gerne mal auf Island arbeiten und ausstellen.
 Ein Duett mit der Sängerin von Plankton Waves aufnehmen fände ich auch ganz großartig und auf alle Fälle meinen Mannheim-Krimi endlich fertig schreiben und einen Verlag dafür finden.
Und das mit dem Alltag habe ich nicht verstanden… ;-)

Gibt es noch Fragen die ich dir unbedingt stellen sollte? Die noch keiner sich getraut hat, dir zu stellen?

Wenn sich jemand nicht traut, mich etwas zu fragen, dann ist das schade, denn er nimmt mir die Chance zu antworten und sich selbst die Chance, eine Antwort zu erhalten. Jeder sollte mich das fragen, was ihn oder sie wirklich interessiert. Und das sind auch die einzigen Fragen, die man mir stellen sollte! Ich werde auch ganz sicher nach bestem Wissen und Gewissen antworten. Du weißt nicht zufällig, wie spät es gerade ist?

Und gibt es einen Gegenstand ohne den du nicht aus dem Haus gehst?

Sogar mehrere! Hausschlüssel, Handy, Papiere, Bargeld, Zigaretten, Feuerzeug und eine Halskette, die mir meine Muse geschenkt hat. Ohne all dies fühle ich mich hilflos und nackt.

Was hat sich für dich in deinem Leben geändert seitdem du Künstler bist ?

Ich muss keinen Anzug mehr tragen, wenn ich zur Arbeit gehe und ich 
treffe vielmehr interessante Menschen als früher im Büroalltag.

Außerdem kann ich endlich etwas Nachhaltiges machen, etwas, das Bestand hat. Ich kann mir die nötige Zeit nehmen, Dinge fertig zu denken und fertig zu machen. 

In der freien Wirtschaft genügt oft die Illusion von Nachhatigkeit und guter Qualität. 
Und vor allem kann ich endlich authentisch agieren! Das ist ein großer Luxus!

Danke für das interessante Interview. Meine Neugierde auf deine Ausstellung und deine Stadt wurde auf jeden Fall geweckt ;-)

Kommentare:

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